{"id":132,"date":"2009-11-12T19:53:35","date_gmt":"2009-11-12T17:53:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schwetter.de\/blog\/?p=132"},"modified":"2010-03-17T10:34:41","modified_gmt":"2010-03-17T08:34:41","slug":"blues-ist-open-source","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schwetter.de\/blog\/?p=132","title":{"rendered":"Blues ist open source"},"content":{"rendered":"<p>Den Artikel &#8222;<a href=\"https:\/\/www.schwetter.de\/blog\/?p=125\">Auf der Suche nach einer anderen Art der Modernisierung<\/a>&#8220; habe ich mit der Frage beendet, ob sich die \u00c3\u2013konomie der open source Software auch auf andere gesellschaftliche Bereiche \u00c3\u00bcbertragen l\u00c3\u00a4sst. Diese \u00c3\u0153berlegung hat in der <a href=\"http:\/\/werk.statt.de\/\">werk.statt<\/a> zu dem Entschlu\u00c3\u0178 gef\u00c3\u00bchrt, ein Themenbarcamp \u00c3\u00bcber Kultur zu machen. Unter dem Titel <a href=\"http:\/\/barcampkultur.mixxt.de\/\">+kultur<\/a> wird es am 29. und 30. Januar in Osnabr\u00c3\u00bcck stattfinden.<\/p>\n<p>\nIm Zuge der Vorbereitung unterhalte ich mich mit vielen Leuten \u00c3\u00bcber die open source \u00c3\u2013konomie. Zur Erinnerung, sie funktioniert so: im Zentrum des Geschehens befindet sich ein Wissenspool, der niemandem oder anders gesagt, der Allgemeinheit geh\u00c3\u00b6rt und der unentgeldlich weiterentwickelt wird. An den R\u00c3\u00a4ndern dieses Pools siedeln sich Jobs an, mit denen die Beteiligten Geld verdienen k\u00c3\u00b6nnen.<\/p>\n<p>\nEine interessante Frage ist, ob es bereits Kulturbereiche gibt, die zumindest teilweise nach open source Gesichtspunkten funktionieren. Es zeichnet sich ab, da\u00c3\u0178 eine solche Art zu handeln f\u00c3\u00bcr den Einzelnen Kulturtreibenden Alltag ist. Er oder sie besch\u00c3\u00a4ftigt sich aus innerer \u00c3\u0153berzeugung mit etwas, da\u00c3\u0178 sp\u00c3\u00a4ter eventuell auch mal Geld abwirft. Das betrifft nicht nur K\u00c3\u00bcnstler. Ein Beispiel: Seit \u00c2\u00b4zig Jahren veranstalte ich unkommerzielle Parties. An ihnen interessiert mich, ob sie Sinn machen und nicht, ob sie Geld abwerfen. Die Kenntnisse, die ich dabei erworben habe, kann ich nutzen, wenn mich beispielsweise das <a href=\"http:\/\/www.emaf.de\/\">emaf<\/a> engagiert, deren Nachtprogramm zu planen. Mein unbezahltes Engagement wirft einen bezahlten Job ab. Das ist aber nur informell, individuell, ergibt sich so. Dahinter steht kein Plan.<\/p>\n<p>\nEinen ersten kulturellen Bereich, der auf einem kollektiven Wissenspool beruht, den alle benutzen d\u00c3\u00bcrfen, fand ich im Blues. Bluesmusik basiert im hohen Ma\u00c3\u0178e auf Formeln. Das betrifft das Bluesschema, aber dar\u00c3\u00bcber hinaus auch rhythmische, melodische und sprachliche Formeln, die in der Binnenstruktur verwendet werden. Jeder kennt die typischsten Bluesriffs und Textbausteine. &#8222;woke up this morning&#8220; &#8230; &#8222;down the road I go&#8220; &#8230; Wenn ein Bluesmusiker aus solchen Bausteinen einen neuen Song baut, ruft niemand: &#8222;Plagiat!&#8220; Und wenn ein Musiker eine tolle neue melodische Wendung findet, dann wird sie Bestandteil des allgemein bekannten Formalrepertoires, vorausgesetzt, die anderen sehen das auch so und fangen an sie zu benutzen.<br \/>\nNat\u00c3\u00bcrlich ist der Blues auch Bestandteil der ganz normalen Verwertungszusammenh\u00c3\u00a4nge im Musikgesch\u00c3\u00a4ft. Aber das ist ja gerade das interessante, obwohl es Urheberrechte auf die einzelnen Lieder gibt, klagt niemand, wenn in ihnen enthaltene Elemente auch als tragende Bestandteile in anderen St\u00c3\u00bccken vorkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den Artikel &#8222;Auf der Suche nach einer anderen Art der Modernisierung&#8220; habe ich mit der Frage beendet, ob sich die \u00c3\u2013konomie der open source Software auch auf andere gesellschaftliche Bereiche \u00c3\u00bcbertragen l\u00c3\u00a4sst. 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