Migration in der Kunst

In den späten Achtziger und den Neunziger Jahren war das Thema Migration schon einmal in aller Munde – als Asylproblematik und gepusht von einer kritischen Bürgerrechtsbewegung, die das Recht von Flüchtlingen, hier Schutz und Sicherheit finden zu können, in Anspruch nahm.

Und heute? Die Zahl der Asylbewerberhat einen Tiefstand erreicht. Die EU schützt ihre Grenzen durch ein komplexes System von Kontrollen und Lagern teilweise schon außerhalb ihres Terretoriums, und die, die es schaffen, bleiben lieber in der Illegalität.

Und wer ist der Absender der Themenwelle Migration in der Kunst (z.B. hier und hier)? Erfolgreiche Künstler sind die, die die Themen Ihrer Käufer am Effektvollsten in Szene zu setzen verstehen. Und die tonangebende, weil am meisten investierende Schicht ist momentan die internationale Finanzelite. Deren Akteure machen aktuell die Erfahrung, daß sich ihr Lebensumfeld ins Globale verschiebt. Arbeit wird rund um die Welt geboten, und wer an einem Ort bleibt, für den entwickelt sich eine gefühlte Internationalität, eine Relativierung des Ortes, an dem der Schreibtisch steht, von dem aus die großen Geldmengen pausenlos quer über den Globus verschoben werden.

Es ist eine Wanderungsbewegung in der Oberschicht, die in den Projekten zur Migration einen Widerhall findet, davon angezogen ist, sie erfolgreich macht. Die Inhalte mögen teilweise kritisch sein und sich mit der Migration der Armen beschäftigen – das sind Bewußtseinsreste einer kritischen Vergangenheit bei den Akteuren aus der Mittelschicht, die mit der Kuratierung und Organisation der Ausstellung befasst sind. Substantiell sind diese Inhalte nicht.

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