Wer verdient wieviel an einem online verkauften Konzertticket?

Das fragt sich vermutlich mancher Ticketkäufer. Und mit dieser Frage kam Anfang Januar über die GMM ein Redakteur des Radiosenders Deutschlandfunk Nova auf mich zu. Um sie beantworten zu können, startete ich kleine Recherche. Ich wollte mein Wissen auf den neuesten Stand bringen und musste feststellen: Zur Preiszusammensetzung von Online-Tickets gibt es kaum etwas im Netz und auch nicht in der Musikforschung. Also habe ich mich entschlossen, bei Praktiker*innen nachzufragen und einige vorläufige Erkenntnisse für die werten Leser*innen zusammenzustellen. Mein Blogeintrag stellt keine empirische Studie dar, sondern ist das Ergebnis einer Sichtung der Forschungsliteratur, einer Netz-Recherche und einer kleinen informellen Anfrage bei einem Konzertveranstalter und einem Musiker, der sich selbst vermarktet. Die Angaben dieser beiden Personen, die miteinander geschäftlich nicht verbunden sind, decken sich weitestgehend und werden hier als ein kleiner, hoffentlich aufschlussreicher Einblick in die mögliche Preisgestaltung von Konzerttickets präsentiert. Für wissenschaftlich belastbare Zahlen müsste eine größere Stichprobe hinzugezogen werden.

Der Beitrag folgt der Logik der Preiszusammensetzung und wird sich daher zuerst mit den Musiker*innen und Konzertveranstaltern, und danach mit den Onlinehändlern beschäftigen. Anschließend mache ich eine Modellrechnung und errechne idealtypisch die prozentuale Aufteilung eines online für ca. 30,- € gekauften Konzerttickets.

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Holger – erster Auftritt auf dem Singer – Songwriter Slam in Münster

Heute Abend ist es soweit. Kurzfristig wurde ich für den heutigen Singer – Songwriter Slam der Tatwort-Leute in Münster eingeteilt. Eigentlich habe ich mit einekm späteren Termin gerechnet, aber so sei es denn. Mein wirklich allererster Auftritt als Singer/Songwriter.

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Panel „Metall auf Metall“ auf der re:publica 2018

Heute bin ich das erste Mal auf der re:publica. Auf dem Panel Metall auf Metall, Kunstfreiheit & Urheberrechte und Anderen werden wir über das laufende Verfahren Kraftwerk vs. Moses Pelham sprechen und eine allgemeinere Einordnung des Prozesses versuchen, unter anderem mit der Anwältin von Kraftwerk.

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Themenband „Die Produktivität von Musikkulturen“

Buchcover Themenband "Die Produktivität von Musikkulturen"

Endlich ist es soweit! Nach insgesamt drei Jahren Vorbereitung und Redaktion ist der von mir, Hendrik Neubauer und Dennis Mathei herausgegebene Band „Die Produktivität von Musikkulturen“ nun veröffentlicht worden. Natürlich sind wir mächtig stolz auf das Resultat. Der Begriff Produktivität wird in fast allen Beiträgen theoretisch eingekreist und dann auf Fallbeispiele angewendet. Diese Beispiele sind sehr vielfältig: YouTuber, Weltmusik, Micro-Indieszenen, Musikförderung, Spotify-Musiker, Sampling und Urheberrecht.

Eine pdf-Datei mit Inhaltsverzeichnis und Vorwort kann hier heruntergeladen werden: Inhalt-Die-Produktivitaet-von-Musikkulturen

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Zwei Wessis im Jugendclub, Leinefelde 1987

Ich bin Jahrgang 1969 und habe 1988 in Niedersachsen Abitur gemacht. 1987 hat meine damalige Freundin Heike K. Im Rahmen einer Städtepartnerschaft von Georgsmarienhütte (unser Heimatort) und Leinefelde (Thüringen) eine Reise in die DDR gemacht. Dort lernte sie Karola kennen, ein gleichaltriges Mädchen kennen, mit dem sie sich gut verstand. Sie tauschten Adressen aus und blieben in Briefkontakt. Karola lud Heike ein, sie zuhause zu besuchen. Die Reise wurde von den Behörden genehmigt und im Herbst 1987 war es soweit: Heike und ich fuhren mit dem klapprigen, alten VW Polo ihrer Mutter Richtung DDR-Grenze.
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Ein(e) Bibliothekar(in) gibt Bescheid

Vor kurzem habe ich Sheila Whiteleys „klassische“ Musikanalyse von Rock der späten 1960er und frühen 1970er Jahre antiquarisch gekauft. Sie versucht zu zeigen, dass und wie die psychedeliche Wirkung der Musik einerseits sozio-kulturell vermittelt, andererseits aber auch in ihrer musikalischen Struktur angelegt ist. Zumindest vermute ich das, denn ich habe bisher nur in einem Bibliotheksexemplar ein wenig quer gelesen und will jetzt mal genauer nachsehen.

Das gelieferte Buch erwies sich ebenso als Bibliotheksexemplar, und zwar aus der Buffalo and Erie County Library im Staat New York, USA. Was mich überraschte, die Person, die das Buch aussoritert hat, hat im hinteren Buchdeckel eine handschriftliche Notiz hinterlassen (siehe Foto): „has never circulated in its 12 years here. Sucks the life right out of the Beatles, Hendrix, Pink Floyd …“

Whiteley-Space

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DJing auf dem Sommerfest der Soziologie

Am 05.07.2017 findet die diesjährige Sommergeselligkeit der Soziologie statt, veranstaltet wird sie vom Alumni- und Förderverein Generis.

Nachdem ich mich im letzten Jahr bereits mit meinem mp3-player ausgiebig „eingemischt“ habe, wurde ich diesmal gleich als DJ gebucht und freue mich sehr darauf, unter meinem alten Pseudonym „Der Übliche Verdächtige“ ausgiebig „heavy ecclectic listening“ an Gehör und Tanzbein zu bringen.

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Filmkritik: Jim Jarmusch – Paterson (2016)

Vielleicht sollte man so beginnen, über Paterson zu sprechen: Jim Jarmusch zeigt einen ganz normalen US-amerikanischen Arbeitsalltag in einer ganz normalen Kleinstadt namens Paterson. Der Protagonist, der den Namen seiner Heimatstadt trägt, ist Busfahrer und wohnt in einem kleinen Vorstadthäuschen aus Holz, seine Frau liebt ihn und umsorgt das Heim: ganz normale Durchschnittsmenschen, möchte man meinen. Schöner Kitsch? Jim Jarmusch idealisiert dies Bild und irritiert es zugleich auf subtile Weise. Unverkennbar wird der Verlauf eines stabilen und gleichförmigen Alltags, dessen Dramaturgie nur kleine Probleme, Dramen oder Höhepunkte kennt, so detailliert ausgebreitet, dass er beinahe epische erscheint. Dies ist ein für Jim Jarmusch typischer Erzählstil, ebenso die gleichmäßige, wiederholungsorientierte Strukturierung: Der Film zeigt das Leben im Verlauf einer Woche von Montag bis zum folgenden Montag. Die Tagesabläufe strukturieren den Film: Sie beginnen jeweils mit der gleichen Einstellung von Patersons Bett kurz vor dem morgendlichen erwachen und enden abends in der Kneipe. Die Großform erzählt von der Gleichförmigkeit des Lebens. Alle Personen in dem Film sind sympathisch, es gibt keinen Bösewicht (gibt es in Jarmusch-Filmen ja sowieso nicht). Fast niemand ist weiß. Und das ist eine der subtilen Irritationen: das ideale Arbeiterleben wird ganz selbstverständlich von Menschen undefinierbarer bis schwarz-afrikanischer Herkunft gelebt. Der in den USA in der letzten Zeit wieder angeheizte Rassenkonflikt ist präsent, indem er abwesend ist: In Jim Jarmuschs Film ist er überwunden, weil ist kein Thema mehr ist.

Adam Driver als Paterson


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Teilen – und dann?

„Teilen – und dann? Kostenlose Musikdistribution, Selbstmanagement und Urheberrecht“ lautet der Titel meiner im Herbst 2015 veröffentlichten Doktorarbeit. Die Promotion wurde im Rahmen des Promotionskollegs „Die Produktivität von Kultur“, Leitung Vinzenz Hediger (Goethe-Universität Frankfurt/Main) durchgeführt und durch ein Stipendium der Hans-Böckler-Stiftung finanziert. Betreut wurde die Arbeit von Jan Hemming (Universität Kassel). Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlich für die viele Unterstützung und das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde.

Ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war, kann jede/r nun selbst überprüfen. Das Buch wurde beim Verlag Kassel University Press unter Open Access veröffentlicht, das Buch ist in gedruckter Form im Handel für 32,- € erhältlich. Das pdf gibt es auf der Webseite des Verlags kostenfrei zum Download, und auch hier weiter unten auf dieser Seite. Diese Arbeit wurde (wie ein Großteil der Forschung in Deutschland) mit öffentlichen Geldern finanziert; die Resultate sollen der Öffentlichkeit daher auch unentgeldlich zur Verfügung stehen. Die Nutzungslizenz des Buches ist CC-BY-SA 3.0.

Buchcover: Teilen - und dann?
Buchcover: Teilen – und dann?

Download: Schwetter, Holger: Teilen – und dann?

Zum Inhalt: Auf der Grundlage einer historischen und theoretischen Perspektivierung des Selbstmanagements von Musikern untersucht der empirische Teil dieser Studie erstmals die momentane Praxis von Musikern in Deutschland und den USA. Dabei werden vor allem die Anwendung des Urheberrechts und die Nutzung von Creative Commons Lizenzen in den Blick genommen.

Das Buch analysiert Theorien zu Open Source und freier Kultur, zu digitalen Märkten und Kreativwirtschaft im Hinblick auf die jeweils leitenden Handlungsmodelle und Zukunftsszenarien. Es rekonstruiert die Einrichtung des Lizenzierungsinstruments Creative Commons in genealogischer Perspektive und fragt nach den Erwerbsperspektiven von Nutzern einer Kreativ-Allmende am Musikmarkt.

Im empirischen Teil untersucht die Studie das Selbstmanagement von Musikern im Hinblick auf das Urheberrecht und die Möglichkeiten der Monetarisierung von Musik und ordnet die entsprechenden Praktiken in ein allgemeines Modell popkulturellen Erfolgs am Musikmarkt ein. Dabei zeigt sich, dass unterschiedliche strukturelle Rahmenbedingungen andere Praktiken ermöglichen und dass viele Musiker auf der Basis von Halbwissen agieren. Insgesamt haben sich die Erwerbsperspektiven und die Möglichkeiten der Markterschließung unter den Bedingungen der digitalen Netzwerkkommunikation nicht notwendigerweise verbessert. Besonders in Bezug auf das Marketing bleiben alte Marktstrukturen oft erhalten und können nur teilweise durch virale Strategien unterlaufen oder modifiziert werden.

In einer weiterhin von leichtfertiger Innovationseuphorie und medienutopistischen Leitgedanken geprägten Debatte leistet diese ebenso kritische wie substanzielle Studie einen unverzichtbaren Diskussionsbeitrag.

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Steiffen Balls

Mir ist da etwas aufgefallen, was das Cover des aktuellen Christian Steiffen Albums »Ferien vom Rock´n Roll« betrifft. Es hat eine große Ähnlichkeit mit dem Cover der LP »Balls to the Wall« der deutschen Rockband Accept aus dem Jahr 1983. Ich habe die Bilder mal zusammengefügt und siehe da, sie „passen“ gut zusammen: der Saum von Motorradlederjacke und Nierengurt verläuft in identischer Höhe. Linkes Bein, rechtes Bein, der Zoomfaktor und die Höhe des Ausschnitts passen nicht ganz – geschenkt.
steiffen_balls
So eine strukturelle Ähnlichkeit fordert zu einer gemeinsamen Besprechung heraus, schließlich packt man auch gerne Wörter zusammen, die sich reimen, auch wenn sie einen völlig anderen Sinn tragen.

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